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CRS, FATCA und DAC: Was die AEAT über Ihr Auslandsvermögen weiß

Der automatische Informationsaustausch hat die internationale Steuertransparenz grundlegend verändert. Die AEAT erhält jährlich Millionen von Datensätzen über ausländische Konten, Kapitalerträge – und ab 2026 auch Kryptowerte – spanischer Steueransässiger.

📅 Mai 2026 ⏱ Lesezeit: ca. 9 Minuten ✍ Jacob Salama, Steueranwalt

Der Common Reporting Standard (CRS)

Der CRS wurde von der OECD entwickelt und von über 120 Ländern umgesetzt. Finanzinstitute – Banken, Broker, Versicherungen, Fondsgesellschaften – sind verpflichtet, Konten von steuerlich nicht ansässigen Personen zu identifizieren und deren Daten an die Steuerbehörde des Wohnsitzlandes zu übermitteln.

Spanien als teilnehmender Staat empfängt diese Daten über die AEAT und gleicht sie mit den eingereichten Steuererklärungen ab. Zugleich übermittelt Spanien Daten über Konten ausländischer Steueransässiger an deren Heimatbehörden.

Was meldet das ausländische Finanzinstitut konkret?

FATCA-IGA zwischen Spanien und den USA

Die USA nehmen nicht am CRS teil, haben aber mit Spanien 2013 ein FATCA Intergovernmental Agreement (IGA Modell 1) abgeschlossen. Spanische Finanzinstitute identifizieren US-Personen (US citizens, Green-Card-Inhaber, Gesellschaften mit US-Kontrolle) und melden deren Kontodaten an die AEAT, die diese an den IRS weiterleitet.

Im Gegenzug liefert der IRS Daten über in den USA gehaltene Konten spanischer Steueransässiger. Dieser bidirektionale Fluss bedeutet: Auch ein Konto bei einer US-amerikanischen Bank ist der AEAT nicht verborgen.

DAC1 bis DAC8 – EU-Informationsaustausch

Innerhalb der EU ergänzt die Directive on Administrative Cooperation (DAC) den CRS durch spezifische EU-Mechanismen:

RichtlinieInhaltIn Kraft
DAC1Automatischer Austausch über Einkünfte (Löhne, Renten, Immobilieneinkommen)2015
DAC2Finanzkonten (CRS-Umsetzung in der EU)2016
DAC3Steuerliche Vorbescheide (Tax Rulings)2017
DAC4Country-by-Country Reporting für multinationale Konzerne2017
DAC5Zugang zu Anti-Geldwäsche-Informationen2018
DAC6Meldepflichtige grenzüberschreitende Steuergestaltungen (MDR)2020
DAC7Plattformbetreiber (AirBnB, Uber, Etsy etc.) melden Nutzereinkünfte2023
DAC8Krypto-Dienstleister melden Transaktionen (ab Steuerjahr 2026)2026

DAC8 und Kryptowährungen: Ab dem 1. Januar 2026 sind in der EU tätige Krypto-Dienstleister (CASP – Crypto Asset Service Providers) verpflichtet, Transaktionen ihrer EU-ansässigen Kunden zu melden. Die AEAT erhält damit erstmals systematisch Daten über Kryptogewinne, Staking-Erträge und DeFi-Aktivitäten. Wer Kryptoeinkünfte bisher nicht deklariert hat, sollte die Situation umgehend prüfen.

Wie die AEAT die Daten auswertet

Die AEAT nutzt ein ausgefeiltes Risikoanalysesystem (Sistema de Análisis de Riesgo), das die empfangenen CRS/FATCA/DAC-Daten automatisch mit den eingereichten IRPF- und IS-Erklärungen abgleicht. Typische Diskrepanzen, die einen Prüfimpuls erzeugen:

Vergleich: Freiwillige Regularisierung vs. AEAT-Prüfung

SzenarioSteuernachzahlungZinsenZuschlag/Sanktion
Freiwillig (bis 3 Monate Verzug)100 %0 %5 % Zuschlag (kein Bußgeld)
Freiwillig (3–6 Monate)100 %0 %10 % Zuschlag
Freiwillig (6–12 Monate)100 %0 %15 % Zuschlag
Freiwillig (über 12 Monate)100 %Ja20 % Zuschlag
AEAT-Prüfung (leve)100 %Ja50 % Bußgeld
AEAT-Prüfung (grave)100 %Ja50–100 % Bußgeld
AEAT-Prüfung (muy grave)100 %Ja100–150 % Bußgeld

Der entscheidende Unterschied: Wer vor Eröffnung eines Verfahrens freiwillig regularisiert, vermeidet Sanktionen vollständig und zahlt nur die Steuerschuld plus den Verspätungszuschlag nach Art. 27 LGT.

Ihr Risikoprofil analysieren – bevor die AEAT aktiv wird

Wir analysieren Ihre internationale Vermögensstruktur und prüfen, welche Daten der AEAT bereits vorliegen könnten. Diskretion und juristische Schweigepflicht sind selbstverständlich.

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Häufig gestellte Fragen

Über 120 Länder nehmen am CRS teil, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, Schweiz, Liechtenstein, Cayman Islands, British Virgin Islands, Dubai/VAE, Singapur und Hongkong. Die USA nehmen nicht am CRS teil, tauschen aber über das bilaterale FATCA-IGA ähnliche Daten mit Spanien aus. Eine vollständige Liste der CRS-Teilnehmerländer veröffentlicht die OECD auf ihrer Website.
Spanische Finanzinstitute melden: Name, Adresse, US-TIN, Kontonummer, Kontostand am Jahresende sowie Zinsen, Dividenden und sonstige Erträge. Die AEAT leitet diese Daten an den IRS weiter. Im Gegenzug erhält die AEAT Daten über in den USA gehaltene Konten von in Spanien ansässigen Personen.
Die EU-Richtlinie DAC8 verpflichtet Krypto-Dienstleister ab dem 1. Januar 2026 zur Meldung. Die erste Melderunde an die AEAT erfolgt für das Steuerjahr 2026. Meldepflichtig sind Börsen, Custodians und bestimmte DeFi-Plattformen mit EU-Nexus. Wer Kryptoeinkünfte bisher nicht deklariert hat, sollte die Situation vor 2026 prüfen.
Die AEAT gleicht CRS/FATCA-Daten mit eingereichten Erklärungen ab. Diskrepanzen – z. B. nicht deklarierte ausländische Kapitalerträge – können einen Requerimiento oder eine Inspección auslösen. Weitere Auslöser: Modelo 720-Inkonsistenzen, unerklärte Kapitalzuflüsse und internationale Ermittlungshinweise.
Ja. Wer vor Einleitung einer offiziellen AEAT-Prüfung selbstständig Korrekturen einreicht, vermeidet Sanktionen vollständig und zahlt nur Steuernachzahlung plus Verspätungszuschläge (5–20 % nach Art. 27 LGT). Nach Eröffnung eines Verfahrens entfällt der Sanktionserlass, und es drohen Bußgelder von 50 % bis 150 % der Steuerschuld.
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