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GILTI und Subpart F für US-Bürger mit spanischer Gesellschaft

📅 Mai 2026 ✍️ Jacob Salama 🕐 11 Min. Lesezeit

CFC-Besteuerung im US-Recht: Grundkonzepte

Ein US-Bürger oder Green-Card-Inhaber, der eine ausländische Gesellschaft besitzt oder kontrolliert, steht vor zwei Regelsystemen, die fiktive Einkommenszurechnungen aus dieser Gesellschaft auslösen können: dem älteren Subpart F (§§951–964 IRC) und dem moderneren GILTI (§951A IRC, eingeführt durch den Tax Cuts and Jobs Act 2017). Beide Regimes gelten für Controlled Foreign Corporations (CFCs).

Eine CFC ist eine ausländische Gesellschaft, bei der US-Personen zusammengenommen mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Wertes halten, wobei jede einzelne US-Person mindestens 10 % hält. Für einen US-Bürger in Spanien, der eine spanische S.L. (Sociedad Limitada) zu mehr als 50 % besitzt, ist die SL fast sicher eine CFC.

GILTI: Global Intangible Low-Taxed Income (§951A IRC)

GILTI ist eine jährliche Einkommenszurechnung, die US-Anteilseigner von CFCs trifft. Die Berechnungslogik:

  1. Net CFC Tested Income: Gesamtgewinn der CFC nach Abzug von Subpart-F-Einkünften und bestimmten anderen Ausnahmen
  2. QBAI-Abzug (Qualified Business Asset Investment): 10 % des Nettobuchwertes von Sachanlagen der CFC (tangible depreciable property) → effektiv steuerfreie Rendite auf kapitalintensive Investitionen
  3. Net GILTI Inclusion: Net CFC Tested Income abzüglich 10 % QBAI

Das Net GILTI Inclusion wird dem US-Anteilseigner in dem Jahr zugerechnet, in dem es entsteht — unabhängig davon, ob die CFC eine Ausschüttung vornimmt. Auf Form 8992 wird die GILTI-Berechnung durchgeführt.

Beispiel: US-Bürger mit spanischer SL

Juan, US-Bürger und in Spanien ansässig, besitzt 100 % einer spanischen SL (Softwaregesellschaft). Die SL hat folgende Kennzahlen:

GILTI-Berechnung: Net CFC Tested Income = 200.000 € (Bruttogewinn vor IS) abzüglich 0 € QBAI-Abzug = 200.000 € GILTI Inclusion. Juan muss diesen Betrag in seiner US-Steuererklärung als GILTI-Einkommen ansetzen — auch wenn er keinen Cent aus der SL entnommen hat.

GILTI High-Tax Exclusion (HTE): Rettungsanker für Spanien

Die GILTI High-Tax Exclusion (Treas. Reg. §1.951A-2(c)(7)) erlaubt es, Einkünfte von der GILTI-Zurechnung auszunehmen, wenn die effektive ausländische Steuerbelastung auf diese Einkünfte mehr als 90 % des US-Körperschaftsteuersatzes beträgt. Bei einem US-Satz von 21 % ist der Schwellenwert: 90 % × 21 % = 18,9 %.

Da Spanien einen Körperschaftsteuersatz von 25 % (Standardsatz) erhebt, überschreiten die meisten spanischen SLs diesen Schwellenwert deutlich. Das bedeutet: Die HTE ist für spanische operative Gesellschaften, die dem normalen IS unterliegen, typischerweise verfügbar.

Wichtige Vorbehalte zur GILTI HTE: (1) Die HTE-Wahl ist eine Alles-oder-nichts-Entscheidung pro CFC: Sie gilt für alle oder keine Einkünfte der jeweiligen CFC. (2) Sie muss jährlich auf Form 8992 getroffen werden. (3) Bei Startup-Unternehmen mit dem reduzierten spanischen IS-Satz von 15 % (erstes Gewinnjahr) kann der Schwellenwert unterschritten werden. (4) Die Berechnung ist auf Kategorienbasis — gemischte Einkünfte erfordern sorgfältige Aufteilung.

Subpart F: Passive Einkünfte der CFC (§951 IRC)

Subpart F ist ein älterer Mechanismus als GILTI und zielt auf spezifische Einkunftskategorien ab, die typischerweise mit passiver Einkommensverlagerung assoziiert werden. Die wichtigsten Subpart-F-Kategorien:

Foreign Personal Holding Company Income (FPHCI)

Foreign Base Company Sales Income (FBCSI)

Einkünfte aus dem Kauf von Waren von verbundenen Personen und Verkauf an Dritte (oder umgekehrt), wenn die Waren nicht im CFC-Land hergestellt oder vertrieben werden.

Foreign Base Company Services Income (FBCSSI)

Einkünfte aus Dienstleistungen, die für verbundene Personen oder in deren Auftrag erbracht werden, wenn die Dienstleistungen außerhalb des CFC-Landes genutzt werden.

Section 962 Election: Individuelle Behandlung als Körperschaft

Eine Section 962 Election ermöglicht es einem individuellen US-Steuerpflichtigen (z. B. einem US-Bürger in Spanien), GILTI- und Subpart-F-Einkünfte so zu behandeln, als wenn er eine US-Körperschaft wäre. Die Vorteile:

Die Section 962 Election muss jährlich getroffen und auf Form 1040 vermerkt werden. Sie ist besonders nützlich für US-Bürger mit CFC-Beteiligungen in Hochsteuerländern wie Spanien, da die hohen ausländischen Steuern als FTC die US-Steuerlast erheblich reduzieren können.

Spanische TFI: Transparencia Fiscal Internacional

Parallel zu den US CFC-Regeln gibt es die spanischen TFI-Regeln (Art. 91 LIRPF für natürliche Personen, Art. 100 LIS für Körperschaften). Diese sind für spanische Steuerresidenten relevant, die ausländische Gesellschaften kontrollieren. Die TFI-Zurechnung entsteht, wenn:

Eine spanische SL, die dem 25 % IS unterliegt, überschreitet die TFI-Schwelle — TFI greift daher für Beteiligungen an spanischen SLs nicht. Relevant wird TFI für Drittstaatsgesellschaften (z. B. Kaimaninseln, Irland bei niedrigem ETR, Dubai ohne lokale Tätigkeit).

Vergleich: US GILTI vs. Spanische TFI

AspektUS GILTI (§951A)Spanische TFI (Art. 91 LIRPF)
Anwendbar aufUS-Bürger / Green-Card-InhaberSpanische Steuerresidenten
Kontrollschwelle>50 % (mit >10 % pro US-Person)>50 % (inkl. verbundene Personen)
Steuerliches Zurechnung-KriteriumJeder Gewinn abzüglich 10 % QBAINur passive Einkünfte
Ausnahme (Hochsteuer)HTE: ETR > 18,9 %ETR > 18,75 % → kein TFI
Ausnahme (EU/EEA)NeinJa: nur wholly artificial test
BerichterstattungForm 8992, Form 5471Anlage a IRPF-Erklärung

GILTI und spanische SL: Koordinierte US- und Spanien-Steuerplanung

Die Schnittstelle zwischen US CFC-Regeln und spanischem TFI erfordert koordinierte Beratung durch US-CPA und spanischen Steueranwalt. Wir arbeiten mit einem Netzwerk erfahrener US-CPAs zusammen und stellen sicher, dass Ihre Compliance in beiden Ländern optimal ist.

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Häufig gestellte Fragen

GILTI (Global Intangible Low-Taxed Income, §951A IRC) ist eine jährliche US-Steuerzurechnung auf Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften (CFCs) von US-Personen. Für eine typische spanische SL ohne wesentliche Sachanlagen (QBAI = 0) ist der gesamte Gewinn vor spanischer IS potentiell GILTI-pflichtig und wird dem US-Anteilseigner direkt zugerechnet — auch ohne Ausschüttung. Da Spanien einen IS-Satz von 25 % anwendet und der GILTI High-Tax Exclusion-Schwellenwert bei 18,9 % liegt, ist die HTE für spanische SLs typischerweise verfügbar und verhindert die US-GILTI-Zurechnung. Die HTE muss aber jährlich aktiv gewählt werden.
In der Regel ja. Der GILTI HTE-Schwellenwert beträgt 90 % des US-Körperschaftsteuersatzes (21 %) = 18,9 %. Da Spanien einen IS-Standardsatz von 25 % erhebt, überschreiten spanische SLs diesen Schwellenwert deutlich. Wichtige Vorbehalte: (1) Die HTE ist eine Alles-oder-nichts-Wahl pro CFC; (2) Sie muss jährlich auf Form 8992 getroffen werden; (3) Startups mit dem reduzierten 15 %-Startsteuersatz im ersten Gewinnjahr könnten den Schwellenwert unterschreiten; (4) Bei gemischten Einkünftekategorien ist eine sorgfältige kategorienweise Analyse erforderlich.
Ja, Subpart F (§951 IRC) und GILTI sind zwei separate Zurechnungsmechanismen. Subpart F erfasst spezifische passive Einkunftskategorien der CFC (Foreign Personal Holding Company Income: Dividenden, Zinsen, Lizenzen, Kapitalgewinne; Foreign Base Company Sales Income; Foreign Base Company Services Income) und rechnet diese dem US-Anteilseigner sofort bei Entstehung zu, ohne QBAI-Abzug. GILTI hingegen erfasst alle restlichen Gewinne der CFC nach Abzug von 10 % QBAI. Für eine aktive spanische Betriebsgesellschaft mit primär operativen Einkünften ist Subpart F weniger relevant als GILTI. Bei Holdinggesellschaften mit Dividenden- oder Zinseinkünften ist Subpart F jedoch das primäre Risiko.
Eine Section 962 Election ermöglicht einem individuellen US-Steuerpflichtigen, GILTI- und Subpart-F-Einkünfte steuerlich so zu behandeln, als ob er eine US-Körperschaft wäre. Dies bietet zwei wesentliche Vorteile: (1) Zugang zum §250-Abzug (50 % für GILTI), der den effektiven US-GILTI-Satz von 21 % auf ca. 10,5 % reduziert; (2) Anrechnung ausländischer Steuern (FTCs, z. B. spanischer IS) auf die US-Steuerschuld. Bei Ausschüttung der CFC-Gewinne fällt eine Nachholbesteuerung an. Die Section 962 Election muss jährlich neu getroffen werden und auf Form 1040 vermerkt werden. Sie ist besonders wertvoll bei CFC-Beteiligungen in Hochsteuerländern wie Spanien.
GILTI (US-Recht) und TFI (spanisches Recht, Art. 91 LIRPF) sind separate Regelsysteme, die theoretisch gleichzeitig für dieselbe Person gelten können. TFI erfasst nur passive Einkünfte ausländischer Gesellschaften, bei denen der spanische Resident mehr als 50 % kontrolliert und die eine effektive Steuerbelastung unter 18,75 % haben. Eine spanische SL mit 25 % IS übersteigt die TFI-Schwelle — TFI greift also dort nicht. Für Drittstaatsgesellschaften (z. B. ein US-Bürger in Spanien, der eine Kaimaninseln-Gesellschaft kontrolliert) könnten aber sowohl GILTI als auch TFI greifen und zu einer Doppelzurechnung führen. Koordinierte US-spanische Steuerplanung ist in solchen Strukturen unerlässlich.
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